Stöffche´ (Apfelwein) Lexikon


Ob Ebbelwoi, Äppelwoi, Öbbelwoi, Ebbelwei, Apfelmost, Äppler, Viez oder Saurer Most, wie verschieden die Bezeichnungen deutschlandweit auch sind, so ist der Apfelwein in Frankfurt und in der Region ein Muss. Ob Zugezogene (Eingeplackte), Touristen oder Frankfurter, wer Frankfurt kennen und lieben möchte, sollte bei seinem Nationalgetränk nicht nein sagen! Von seinen Bewohnern liebevoll als Stöffche´ bezeichnet, begegen viele Neulinge, aber auch Eingefleischte, ihm nicht nur mit Genuss, sondern auch mit Skepsis. Den einen oder anderen Versuch ist es jedoch wert! Vielleicht mit dem Frankfurter Nationalgericht Grie´ Soß mit gekochten Eiern, Salzkartoffeln oder Ochsenbrust? Willkommen in der „Ebbelwoi-Hauptstadt“! Hierzu die wichtigsten Fakts zum Thema Stöffche´ nicht nur für Frankfurt-Einsteiger:
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Alder: Der Ebbelwei der im letzen Jahr gekeltert wurde.
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Alkoholgehalt: 5,5% - 7% zieren das Stöffsche´. Somit weist es einen niedrigereren Alkoholgehalt auf als Wein. Die Wirkung sollte jedoch nicht unterschätzt werden.
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Apfelsorten: Der Genuss der Apfelweins trägt zur Erhaltung der alten Apfelsorten wie z. B. Weißer Mata-pfel, Viezapfel, Bohnapfel, Erbachhofer, Trierischer Weinapfel bei. Die moderenen Apfelsorten sind unüblich, da sie auf zu viel Fruchtzuckergehalt gezüchtet werden.
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Apfelweingarnitur: Die Frankfurter Bezeichnung für die Biergartengarnitur.
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Apfelweinweg: Auch Hessische Apfelwein- und Obst-wiesenroute. Ein Wanderweg in Hessen, durch den auch eine Regionalschleife an Frankfurt vorbei führt. Die Wege und die dazugehörigen Gaststätten werden mit einem Apfel gekennzeichnet.
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Äppler: Beim Äppler handelt es sich um keine traditionelle Bezeichnung, sondern umeinen Kunst-namen. Großkeltereien führten ihn zu Werbezwecken in den 80er Jahren ein. Möchte man in Frankfurt nicht als Stöffsche´-Banause entlarvt werden, sollte doch lieber auch ein Stöffsche´ bestellt werden.
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Bembel: In Frankfurt wird der Apfelwein in größerer Gesellschaft in einem Bembel bestellt. Das ist ein dickbäuchiges Gefäß aus salzglasierten Steingut. Üblicherweise hat es eine graue Grundfarbe mit blauen Mustern. In der Regel wird es abhängig von der Füllmenge in Gläsern bestellt, z.B. 4er oder 8er Bembel.
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Bembelschlabber: Stöffsche´ mit Bier.
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Beschissergläser: Stöffsche´ Gläser mit einer Füll-menge von 0,25 Litern. Heutzutage sehr verbreitet.
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Das Deckelcher: Das ist ein Deckel, der das Stöffsche´ vor Verschmutzungen jeglicher Art bewahrt. Es entspricht der Funktion des Bierkruges.
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Ebbelwei-Express: Hierbei kann man die Frankfurter Sehenswürdigkeiten begutachten und nebenbei gemütlich ein Stöffsche´ petzen.
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Ebbelweischnuud: Weibliche Person die sich gerne dem Genuss des Stöffcheß hingibt.
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E Salöngsche: Apfelweinglas zu 0,2 Liter.
Faulenzer: Eine eiserne Einschenkhilfe an der der Bembel aufgehängt wird.
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Fichtenkranz: Wurde früher an Hauswänden auf-gehängt und galt als Zeichen für den Ausschank des Stöffsche´.
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gepetzt: Das Stöffsche´ wird nicht getrunken! Es wird gepetzt!
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Geripptes: Das Stöffsche´-Glas. Es weist eine gerippte Rautenmusterung auf. Diese Musterung ist üblich, da sie zu einem das Licht reflektiert, somit dem Stöffsche´ seinen Glanz verleiht, und da zum anderen früher oft ohne Besteck gegessen wurde und so das Glas nicht so leicht aus den fettigen Händen gleiten konnte. Nach guter alter Tradition fasst es 0,3 Liter, diese Füllmenge ist aus ökonomischen Gründen jedoch fast ausgestorben (siehe Beschissergläser).
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Geschichte: Erstmals wurde der Apfelwein in Frankfurt um 1600 erwähnt. 1638 wurde per Rats-verordnung eine Reinheitsbestimmung festgelegt. An diese müssen sich die Kelterer noch heute halten. Die erste Schankerlaubnis wurde dann 1754 erteilt, seit-dem muss der Apfelwein auch versteuert werden.
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Geschworener: Ein ausgewiesener Stöffsche´-Experte.
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Gespritzter: Stöffsche´ mit Schuss.
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Gesundheit: Beugt Magen- und Darmkrankheiten vor, wirkt blutdrucksenkend, senkt den Blutfettspiegel, verbessert de Gehirndurchblutung und fördert somit die geistige Aktivität. Nebenbei hilft er genauso gut gegen Erkältung, wie die Mittel aus der Apotheke (siehe heißer Apfelwein).
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griesgrämig: Traditioneller Zustand eines Stöffsche´ Kellners.
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Grie Soß´: Das Frankfurter Nationalgericht. Aus sieben Kräutern: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Der Rest des Rezeptes bleibt für die meisten Nicht-Frankfurter wohl ein geheimnis! Hierzu sollte jeoch nie ein Stöffsche´ fehlen.
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Heißer Apfelwein: Hilft u.a. bei Erkältung und ist besonders im Winter ein Genuss. Das Stöffsche´ sollte erhitzt werden (nicht gekocht!) und mit einer Zimt-stange und / oder Gewürznelken und einer Zitronen-scheibe serviert werden. Ausnahmsweise ist hierbei Zucker erlaubt.
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Herstellung: Die Herstelllung von Apfelwein wird als Keltern bezeichnet. Einfach gesagt entsteht das Stöffsche´ durch das Mahlen und Pressen von Äpfeln, die dann in einem Behältnis unter Beimischung von Hefe gären.
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Herrschaftsgespritzter: Stöffsche´mit Sekt. Besonders lecker unter dem Markennamen POMP unseres Mitglieds Landkelterei Höhl! "Apfel verführt Traube"
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Magisches Dreieck: Das Gerippte, der Bembel und das Deckelcher.
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Rauscher: Ein bei der Herstellung entstehender gärender Most der auf der Zunge bitzelt und Abführend wirkt (siehe Verdauung). Namensgebend für die Schutzpatronin des Stöffche´ Fraa Rauscher, deren wasserspritzedes Denkmal in der Klappergass´ steht.
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Sauergespritzter: Stöffsche´ mit Schuss Wasser.
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Schobbe: Ein Gläschen Stöffche´. Sießer: frisch gekelterter Apfelwein.
Sitzung: Deckname für das ein gutbürgerliches Stöffche´ Besäufnis.
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Speierling: Eine der beliebtesten Apfelweinsorten. Der Speierling ist die Frucht des Speierlingbaumes und gehört zur Familie der Ebereschen. Speierling wird das Stöffsche´ dann genannt, wenn in geringen Mengen Speierlingsaft enthalten ist.
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Stöffche`: Frankfurter Bezeichnung für den Apfelwein.
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Süßgespritzter: Stöffsche´mit Limonade.
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Tiefgespritzter: Wasser mit einem Schuss Stöffsche´.
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Trester: Bei der Herstellung übrig gebliebene Apfel-reste, die als Kraftfutter für Schafe oder auch als Panade für Schnitzel dienen.
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Verdauung: „Zwei Knaben machten sich den Jokus/ Und tranken Most im Keller/ Da mussten beide auf den Lokus/ Jedoch der Most war schneller“. Kommentarlos.
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Weibergesöff: Ein Stöffche´ mit einem niedrigen Alkoholgehalt.
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